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21. November 2021          Radquer Hittnau SUI


Programm:
15.00 Uhr    Start Männer Elite
Start-Nr. 7 / 33 Fahrer am Start

Rennen
 (Für einmal den Text des Organisators)
Text: Christoph Boog 

Der Schlosshügel ist unverzichtbarer Bestandteil des Hittnauer Radquers. Obschon bereits unzählige Male befahren, bietet er immer noch Potential für Abwechslung. So wurde dieser Streckenabschnitt für die aktuelle Austragung neu konzipiert: Nach der Abfahrt gleich wieder den berüchtigten Fuss-Aufstieg hoch. Ein Schlosshügel-Konzentrat sozusagen, das sich im Verlauf der Rennen als äusserst selektiv herausstellen sollte.
«Die neue Streckenführung ist durchwegs auf positives Echo gestossen. Bei den Fahrern, genauso wie beim Publikum», bilanziert OK-Präsident Thomas Frei. «Zwar anders, aber sicher nicht weniger streng als die bisherige Variante!» Ganz generell sei der Anlass gelungen. «Dass dieser nicht mehr unter der EKZ-Schirmherrschaft durchgeführt wurde, hat für das OK im Vorfeld einiges an Mehraufwand bedeutet. Das Publikum dürfte die Änderung aber kaum wahrgenommen haben.» Dass letzteres weniger zahlreich erschien aus auch schon, sei durchaus gewollt. Angesichts der Covid-Lage habe man im Vorfeld bewusst nur zurückhaltend Werbung betrieben. Was für Frei zählt: «Wer kam, war zufrieden.»
Spektakel bis zur letzten Sekunde
Spektakel pur mit Hochspannung bis zur letzten Sekunde: So lässt sich das Hauptrennen der Männer zusammenfassen. Als Favoriten aus Schweizer Sicht werden Timon Rüegg und Loris Rouiller gehandelt – und sie reihen sich gleich zu Rennbeginn vorne im grossen Feld ein. Bereits in der ersten Schlosshügel-Abfahrt wählt Rouiller die kompromisslose Kampflinie und bringt sich damit in Front.
Nach der ersten der insgesamt 11 Runden hat sich eine siebenköpfige Spitzengruppe leicht abgesetzt. Neben Rüegg und Rouiller auch mit dabei: Dario Lillo. Für die kommenden neun Runden dominiert diese Gruppe das Renngeschehen in immer wieder wechselnder Zusammensetzung: Löcher tun sich auf und werden wieder zugefahren, die Gruppe ist mal vier, mal sieben Fahrer stark, es wird attackiert und taktiert. Immer ganz vorne mit dabei ist neben den drei Schweizern der Italiener Gioele Bertolini, auch er ein klarer Podestanwärter.
Das grösste Spektakel bietet jedoch einer, von dem man dies nicht unbedingt erwartet hätte: Der australische, in Freiburg im Breisgau wohnhafte Strassenprofi Heinrich Haussler. Dass seine Kernkompetenz nicht im technischen Gelände liegt, offenbart sich bei jeder Schlosshügel-Abfahrt gnadenlos. Ebenso gnadenlos ist aber auch seine Power, mit der er auf den flachen Wiesenabschnitten jedes zuvor entstandene Loch scheinbar mühelos wieder zufährt und sich mit Vorliebe gleich auch aus dem Staub macht. Mit dieser Taktik führt er die Spitzengruppe in die zweitletzte Runde.
Die letzte Runde nimmt die Spitze als Quintett in Angriff, bestehend aus Haussler, Rüegg, Rouiller, Bertolini und Lillo. Haussler sprengt die Gruppe mit einer seiner Attacken, Rouiller spielt in der Schlosshügel-Abfahrt seine Trümpfe aus und erreicht schliesslich das Ziel solo. Dahinter liefern sich Lillo und Bertolini einen Kampf auf dem Zahnfleisch, den der Italiener erst im Sprint auf der Zielgeraden für sich entscheiden kann.
Dass es ein sehr taktisches Rennen war, bestätigt der Drittplatzierte Dario Lillo nach der Siegerehrung. «Ich hatte vor dem Start kein besonders gutes Gefühl. Ich merkte aber bald, dass Bertolini und Rouiller die stärksten Fahrer waren, und habe mein Rennen deshalb nach ihnen ausgerichtet. Das hat sich ausbezahlt». Die neue Streckenführung mache das Rennen schneller, Windschatten – und damit eine kluge Taktik – sei wichtiger als üblich. Das habe die immer wieder erfolgten Zusammenschlüsse erst möglich gemacht. «Besonders hart war jeweils die Auffahrt zum Schlosshügel, weil vor dem Singletrail jeder vorne sein will. Aber wenn du dann in der Abfahrt einen Fehler machst, so kannst du ihn in der unmittelbar folgenden Laufpassage wieder ausbügeln!»

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